INTERPANNONISCHER CONCERTVEREIN

FRANZ SCHMIDT – Biographie

FRANZ SCHMIDT

Franz Schmidt wurde am 22.Dezember 1874 in der slowakischen Hauptstadt Preßburg als Sohn eines Spediteurs geboren. In der geselligen und musischen Atmosphäre des Elternhauses konnte sich die außergewöhnliche musikalische Begabung des Kindes organisch entwickeln. Die Mutter war eine ausgezeichnete Pianistin und die „erste und beste Lehrerin“ ihres Sohnes. Der Vater beherrschte mehrere Blasinstrumente und widmete sich in seinen Mußestunden der Porzellanmalerei.

Neben dem Unterricht durch die Mutter war es vor allem jener auf der Orgel beim Franziskanerpater Felician, der seinen Weg schon früh prägte: „Die Musik fand zuerst durch die Orgel in der Kirche Eingang in meine Seele“, schrieb er später in seinen Erinnerungen. Die besondere Beziehung zu diesem Instrument durchzieht auch sein Schaffen, in dem die Orgel einen wesentlichen Platz einnimmt.

Ab dem Jahre 1890, in dem die Familie nach Wien übersiedelt war, studierte Schmidt im Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde und wurde nach Beendigung seines Cellostudiums für 15 Jahre Cellist bei den Wiener Philharmonikern. Gleichzeitig unterrichtete er am Konservatorium ab 1901 Cello, erhielt 1914 an der nunmehrigen Akademie für Musik und Darstellende Kunst eine Professur für Klavier, 1922 auch für Kontrapunkt und Komposition. 1925 folgte er Joseph Marx als Direktor der Akademie, von 1927 bis 1931 war er Rektor der Wiener Musikhochschule. Beginnende Krankheit hinderte ihn ab 1933 in immer stärkerem Maße an der Ausübung seiner Pflichten, sodass er ab dem Jahre 1937 auf eigenen Wunsch in den dauernden Ruhestand versetzt wurde.
Die folgenden Jahre sind  gekennzeichnet durch physische Zusammenbrüche und intensiv wiederkehrende Schaffenskraft.  Erfolg und Ehrungen – darunter das Ehrendoktorat der Wiener Universität (1934) und der Beethoven-Preis der PreußischenAkademie der Künste Berlin (Jänner1939)  –  wurden Schmidt bis kurz vor seinem Tode zuteil. Er starb am 11.Februar 1939  in seinem Haus in Perchtoldsdorf bei Wien.

Das Oeuvre Franz Schmidts umfasst 4 Sinfonien, 2 Variationswerke für Orchester, 2 Klavierkonzerte, Kammermusik, Klavierwerke und eine große Zahl an Orgelwerken. Von seinen Vokalwerken ist neben den beiden Opern „Notre Dame“ und „Fredigundis“ und einer Kantate das Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“ wohl seine bedeutendste Komposition.